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Behandlung bei milder Alpha Form

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Abgeschickt von Scarpel am 30 August, 2010 um 16:42:24

Guten Tag,

ich lese in diesen Beiträgen öfters, dass Behandlungen eben doch erforderlich sein können.
Meinen sie damit vorbeugende Massnahmen wie moderaten Sport, Ernährung etcc. oder meinen sie damit anderes.

Ich selbe habe eine "milde alpha Thalassämie", bekannt seit knapp 2 1/2 Jahren.(heterozygote -3.7kb Deletion, was immer sie damit anfangen können :-) )
Bis jetzt hatte ich keine signifikanten Beschwerden, jetzt versuche ich aber seit ca-3 Jahren meinen Eisenwert raufzubringen. Ich nehme Tabletten 3 Mt. danach Pause und während dieser Zeit sinkt der Wert innerhalb von 3-4 Mt. wieder auf 8-12. (habe sehr starke Blutungen)

Mein Arzt war anfänglich gegen eine Infusion, (er hat sich sehr bemüht sich über Thalassämie zu informieren) jetzt empfiehlt er aber trotzdem eine.

Wie stehen sie dazu?
Danke für ihre immer interessanten Beiträge

 

Abgeschickt von Jürgen M. Beith am 31 August, 2010 um 17:08:14

Antwort auf: Behandlung bei milder Alpha Form von Scarpel am 30 August, 2010 um 16:42:24:

Guten Tag, liebe Frau Scarpel,

über Ihr Vetrauen und das Lob der Beiträge freue ich mich sehr. Zeigt es doch, dass unser Rat offenbar gern angenommen wird und auch wohl hifreich ist.
Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang noch einmal der Hinweis, dass Thalassämie minor nach unserer Auffassung vorsorgepflichtig ist, damit Begleiterkrankungen, wie ich diese auch schon in anderen Antworten erwähnt habe, rechtzeitig vorgebeugt kann oder sie zumindest frühzeitig erkannt werden können.
Insbesondere lautet eine Empfehlung amerikanischer Mediziner: "Ernähren Sie sich so als hätten Sie bereits einen Diabetes."
D.h. meiden von Weißmehlprodukten, raffiniertem Haushaltszucker, zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken, alkoholhaltigen Getränkien.

Wenn mit dem Begriff Infusion eine Bluttransfusion gemeint sein sollte, dann kann diese bei einem weiteren Absinken des Eisenwertes sinnvoll sein.
Ist eine Infusion mit einem Eisenpräparat gemeint, dann empfehle ich noch eine weitere Meinung eines Hämatologen in einer für Sie erreichbaren Universitätsklinik einzuholen.

Im übrigen können Sie selbst über die Ernährung Ihrem Körper Unterstützung geben.
Schauen Sie bei Google einmal nach Eisengehalt von Lebensmitteln und picken Sie sich die heraus, die Ihnen zusagen.
Meiden Sie schwarzen Tee und Kaffee vor, während und nach den Mahlzeiten. Beide blockieren die Eisenaufnahme. Frisch gepresste Fruchtsäfte mit hohem Vitamin-C-Gehalt begünstigen die Aufnahme des Eisens durch den Körper.
Folsäure hilft ihrem Körper ebenfalls. In deutschland wird z.B. mit Folsäure angereichertes Speisesalz angeboten, was die Kosten zu begrenzen hilft.

Ich freue mich, wenn ich Ihnen damit ein wenig weiterhelfen kann.

Herzliche Grüße aus Waiblingen

Jürgen M. Beith

 

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Schlagzeilen

Thalassämien, auch Mittelmeeranämien genannt, bilden eine alte Krankheitsgruppe, deren Existenz seit bereits mehr als 7.000 Jahren als erwiesen gilt.

Der Name der Krankheit Thalassämie leitet sich von dem altgriechischen Wort für Meer "Thalassa" ab, da man sie in der Antike für die "Krankheit, die aus dem Meer kommt" hielt.

Erst 1925 veröffentlichte der Kinderarzt Thomas Benton Cooley eine Arbeit über die Thalassämie. Diese gilt als Erstbeschreibung der Krankheit, weshalb die Thalassämie lange Zeit Cooley-Anämie genannt wurde.