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Thalassämie minor und Sport

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Abgeschickt von urs Odermatt am 21 April, 2010 um 14:36:23

ich m/62 treibe regelmässig Ausdauersport (2-4 Std) und habe thalassämiebdingt einen Hämoglobinwert zw. 11 -09.
Da die Aufnahme von Sauerstoff dadurch begrenzt ist und besonders der anerobe Bereich (P 135+) schnell erreicht ist geht die Frage nach
-gibt es Erfahrungen Thalassämie und Sport
-kann ein Hämoglobinwert auf natürliche Weise erhöht werden
Für eine Info besten Dank
Urs Odermatt

 

Abgeschickt von Jürgen M. Beith am 23 April, 2010 um 15:39:20

Antwort auf: Thalassämie minor und Sport von urs Odermatt am 21 April, 2010 um 14:36:23:

Guten Tag, Herr Odermatt,

Hut ab, dass Sie so konsequent trainieren.Es gibt eine ganze Reihe von Erfahrungen über Thalassämie minor und Sport. Wenn es die Leistungsfähigkeit erlaubt, wird leichter bis mäßiger Ausdauersport empfohlen. Ich persönlich kenne sogar einen Betroffenen, der an Halbmarathonwettbewerben teilnimmt. Er tut dies allerdings unter ärztlicher Kontrolle.
Da Thalassämiker ein erhöhtes Gehirnschlag- und Schlaganfallrisiko haben können, sollten Sie Überforderungen vermeiden. Sofern beim Sport einmal ein starkes Augenflimmern, Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen auftreten, sollte die Belastung herabgesetzt werden.

Denn ein Betroffener ist leicht in der Gefahr, beseelt vom Wunsch die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern, sich zu überlasten. Weniger ist da eindeutig mehr.

Den Hämoglobinwert werden Sie nur bedingt durch die Einhaltung von bestimmten Ernährungsregeln verbessern können.
Grundsätzlich gilt:
- meiden Sie Schwarztee vor oder zum Essen. Dieser behindert die Eisenaufnahme.
- bevorzugen Sie rotes Fleisch (auch bei Geflügel).
- unterstützen Sie die Eisenaufnahme durch den Verzehr von stark Vitamin C haltigen Gemüsesorten und Früchten (z.B. Tomatenpaprika, Aprikosen, Orangen, Heidelbeeren, Johannisbeeren).

Viel Erfolg weiterhin beim Training.

Mit herzlichen Grüßen aus Waiblingen,

Jürgen M. Beith

 

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Schlagzeilen

Thalassämien, auch Mittelmeeranämien genannt, bilden eine alte Krankheitsgruppe, deren Existenz seit bereits mehr als 7.000 Jahren als erwiesen gilt.

Der Name der Krankheit Thalassämie leitet sich von dem altgriechischen Wort für Meer "Thalassa" ab, da man sie in der Antike für die "Krankheit, die aus dem Meer kommt" hielt.

Erst 1925 veröffentlichte der Kinderarzt Thomas Benton Cooley eine Arbeit über die Thalassämie. Diese gilt als Erstbeschreibung der Krankheit, weshalb die Thalassämie lange Zeit Cooley-Anämie genannt wurde.